17.01.2012 16:12
Als ich begann, über den Sinn von Schulfächern nachzudenken, wurde mir schnell gesagt: Man sollte bestimmte Dinge lernen, weil man später mal etwas damit anfangen kann. Doch bald verstand ich, dass dies keineswegs ein Argument sein könnte. Schließlich fehlen so viele Schulfächer, die man sicher alle später mal gebrauchen könnte.
Bald begriff ich auch, dass viel Stoff, der üblicherweise gelehrt wird, problemlos gestrichen werden könnte. Wer braucht schon alles über Mathematik zu wissen? Natürlich niemand. Reichen denn nicht die Grundrechenarten und ein bisschen praktisches Verständnis?
Im Prinzip schon, meinte ich, denn das und alles andere könnten heute ja die Computer, und man könne ja auch sonst alles im Internet finden. Oft sogar viel besser erklärt, als es der durchschnittliche Lehrer je könnte.
Ich begriff erst später, dass dies ein fundamentales Missverständnis war. Ich begriff es, als ich über eines meiner Lieblingsthemen nachdachte: über Java.
Denn Java-Software schafft Abhängigkeiten, man ist immer von der JVM abhängig und wird es immer bleiben, so lange man Java schreibt. In der Praxis stimmt das so nicht ganz, aber ich nehme das jetzt so als gegeben hin, dass man immer eine sichere Drittsoftware zum Ausführen von Java benötigt.
Das bedeutet, dass man Java nicht benutzen kann, weil man immer an sichere Drittsoftware gefesselt bleibt. Sichere Drittsoftware ist keineswegs sicher im engeren Sinne, und sie bringt auch meist eine ganze Reihe von Nachteilen mit sich.
Ein Leben ist ohne Abhängigkeiten nicht möglich, und sei es zuletzt die Luft zum Atmen. Das heißt, man braucht etwas grundsätzliches, auf das man sich notgedrungen verlassen muss, an dem es keinen Weg vorbei gibt – das ist die Technik selbst. Bezogen auf Informationstechnik könnte es Assembler, C, vielleicht auch noch C++ sein. Der Compiler sollte sich im Bestfall problemlos durch einen anderen ersetzen lassen, wenn man Lust darauf hat.
Und das genau gleiche ist es auch in der Schule. Man kann natürlich vom Standpunkt ausgehen, Mathematik deshalb nicht zu lernen, weil es die Taschenrechner und Computer dieser Welt ja ohnehin können, und es würde ja indes nie eine Zeit kommen, in der sie fehlten. Doch in Wirklichkeit wird nur der als klug angesehen, der die Technik, und hier sei es die Mathematik, selbst kann; denn er weiß wie sie funktioniert, und er weiß, warum es so funktioniert, wie es funktioniert.
Jeder darf sich auf diesen Standpunkt stellen, doch hat er die Konsequenzen zu tragen, wenn der Taschenrechner, der Computer oder die JVM in einer Zeit fehlen sollten – er allein.
Ich finde, es ist wichtig, sich möglichst wenige Abhängigkeiten aufzubauen. Möglichst viel in der Schule lernen zu müssen heißt, sich von Abhängigkeiten, die »sichere« Dritttechniken aufbürden, loszureißen; die Dinge selbst zu können, ohne sich auf Drittes verlassen zu müssen. Denn der, der dies ewig tut, kann nie klüger werden.
01.01.2012 10:00
Es freut mich sehr, bekanntmachen zu dürfen, dass der Schlagwort-O-Matzu neuem Leben erwacht ist.

Neu ist unter Anderem das verbesserte Layout, das bessere Diagramm und die insgesamt verbesserte Darstellung. Unter derHaube hat sich der Wörterzählalgorithmus verändert, was bedeutet, dass dieser Schlagwort-O-Mat der genauste bisher dageweseneist. Auch ist der Score nun überall vollständig implementiert.
Viel Spaß!
21.12.2011 20:02
Ich bin im Urlaub. Die Technik läuft im Automatikmodus. Ab dem 1. Januar 2012 gibt es aber, sollte alles planmäßig funktionieren, hier ein besonderes Leckerli.
Ich bitte von allem, was meine zeitnahe Interaktion erfordert, strengstens abzusehen.
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Da bleibt mir nur zu sagen: Liebe Leser, fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr.
11.11.2011 14:47
Heute vor zwanzig Jahren wurde das Genesis-Album We Can't Dance veröffentlicht.
We Can't Dance, das großartige Album der britischen Band, ist das erste Album nach dem Erfolg Invisible Touch, welches 1986 veröffentlicht wurde. Während letzteres eher auf leichte Durchhörbarkeit und Radiotauglichkeit abzielt, besticht We Can't Dance vor allem mit grandiosen Melodien, grandiosen Texten und grandiosen Musikvideos zur Promotion der ausgekoppelten Singles.
Und so üben alle Titel natürlich auch Kritik an der Gesellschaft und ihren Auswüchsen: Jesus He Knows Me mit seinem eingängigen Rhythmus richtet sich gegen geldgierige Fernsehpfarrer, während No Son Of Mine die Geschichte eines gereiften Mannes erzählt, der in seiner Kindheit misshandelt wurde.
Und diese beiden Titel sind auch die beeindruckendsten des Kompilats: mutig und nicht übermütig. Beide machen umfassenden Gebrauch des Orchestercrescendos; die hinzukommenden Instrumente markieren den Takt, sie markieren das passende Tempo. Und auch regen sie beide zum Nachdenken an, es sind sozialkritische Songs, die ein breites Publikum erreichen können.
Alle Songs treffen den Kern der Sache, alle Titel treffen den richtigen Ton. Die Texte regen zum Nachdenken an; sie sind mit die besten Texte der ohnehin nie sich um gute Lyrics zu schaden Band Genesis. Sie sind das Ergebnis großartiger Dichtung und kreativstem Einfallsreichtum der Bandmitglieder Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford. Und doch zeigt kein Album Genesis' wie We Can't Dance eine stärkere Rückkehr zu der Progrock-Phase der Band: Titel mit starkem Ausdruck, mit Gefühl.
We Can't Dance ist ein musikalisches Statement wie kein zweites, es besticht in jeder Hinsicht: ein echtes, ja fast perfektes, Meisterwerk, ein musikalisches Kunstwerk, das es in seiner Qualität kaum je wieder wird geben können.
3c, Max R. P. Großmann, 03.11.2011 17:48
Eckart von Hirschhausen sagt: Ich möchte der Wahl der Zuschauer, der Weisheit der Vielen, nicht vorgreifen, aber was mich wirklich beeindruckt, ist vorallem die Zeit die die beiden hatten, Wissen anzusammeln auf dieser Erde. Und da hat einer fast doppelt so lange Zeit gehabt wie der andere und das würde ich im Hinterkopf behalten.
Unmittelbar darauf folgend ein verdutzt guckender Michael Buscher und ein wohl ebenfalls beschämter Sebastian Runde; geht es hierbei um immerhin 100.000 Euro, die die ARD, das gebührenfinanzierte erste Programm, im Finale von Der klügste Deutsche vergibt.
Abgesehen von der offensichtlichen Fragwürdigkeit einer Abstimmung der Zuschauer über die Intelligenz der beiden ersten Kandidaten, dürfte Hirschhausens Kommentar wohl einen erheblichen Einfluss auf den Gewinn des Studenten gehabt haben: nicht weniger als 86 Prozent kann dieser am Ende auf sich vereinigen. Kein Wunder um diese Uhrzeit, kein Wunder, wenn die Masse entscheiden darf (und theoretisch sogar doppelt per Telefon und SMS). Denn es sei anzumerken, dass es absolut sinnfrei ist, die nicht deterministische Masse an Zuschauern entscheiden zu lassen lässt sich diese doch viel leichter beeinflussen als ein eher objektiver Test, wie man ihn als Endrunde hätte realisieren können.
Das sind Methodiken, wie man sie von Privatsendern hätte erwarten können, nicht jedoch von der als eher seriös bekannten ARD. Und so sollte auch klar sein, dass auf diese offensichtliche Beeinflussung durch Eckart von Hirschhausen ein Nachspiel folgen muss. Der Schaden für den zweiten Kandidaten ist schließlich nicht von der Hand zu weisen, auch wenn es nun vermutlich schwer sein wird, konkret zu belegen, wer klüger* ist.
23.10.2011 15:12
Heute wurde Folge 20 von Alternativlos veröffentlicht.
Zu Gast ist Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ. Zusammen mit Fefe und Frank Rieger wird über den politischen Diskurs diskutiert und es werden viele für mich neue Fakten rund um ebenjenen Themenkomplex eingebracht.
Das ganze ist eine höchst empfehlenswerte Sendung, die mit dem sendungsbekannten erfrischenden Humor aufgelockert ist und mit unermesslich ertragreichen Informationen und Details aufwarten kann. Eine exzellente Sendung, die wie kaum eine zweite Anregung und Stoff liefert.
→ Alternativlos 20
Das lässt sich übrigens auch flattrn, und davon solltet ihr auf jeden Fall Gebrauch machen.