Heute vor zwanzig Jahren wurde das Genesis-Album We Can't Dance veröffentlicht.
We Can't Dance, das großartige Album der britischen Band, ist das erste Album nach dem Erfolg Invisible Touch, welches 1986 veröffentlicht wurde. Während letzteres eher auf leichte Durchhörbarkeit und Radiotauglichkeit abzielt, besticht We Can't Dance vor allem mit grandiosen Melodien, grandiosen Texten und grandiosen Musikvideos zur Promotion der ausgekoppelten Singles.
Und so üben alle Titel natürlich auch Kritik an der Gesellschaft und ihren Auswüchsen: Jesus He Knows Me mit seinem eingängigen Rhythmus richtet sich gegen geldgierige Fernsehpfarrer, während No Son Of Mine die Geschichte eines gereiften Mannes erzählt, der in seiner Kindheit misshandelt wurde.
Und diese beiden Titel sind auch die beeindruckendsten des Kompilats: mutig und nicht übermütig. Beide machen umfassenden Gebrauch des Orchestercrescendos; die hinzukommenden Instrumente markieren den Takt, sie markieren das passende Tempo. Und auch regen sie beide zum Nachdenken an, es sind sozialkritische Songs, die ein breites Publikum erreichen können.
Alle Songs treffen den Kern der Sache, alle Titel treffen den richtigen Ton. Die Texte regen zum Nachdenken an; sie sind mit die besten Texte der ohnehin nie sich um gute Lyrics zu schaden Band Genesis. Sie sind das Ergebnis großartiger Dichtung und kreativstem Einfallsreichtum der Bandmitglieder Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford. Und doch zeigt kein Album Genesis' wie We Can't Dance eine stärkere Rückkehr zu der Progrock-Phase der Band: Titel mit starkem Ausdruck, mit Gefühl.
We Can't Dance ist ein musikalisches Statement wie kein zweites, es besticht in jeder Hinsicht: ein echtes, ja fast perfektes, Meisterwerk, ein musikalisches Kunstwerk, das es in seiner Qualität kaum je wieder wird geben können.
© Max R. P. Großmann. Layout: The Unstable Xanthous Trial