Max Großmanns Blog

Die erste Woche oder: Die Ferien sind längst vorbei

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Die erste Woche oder: Die Ferien sind längst vorbei

20.08.2010 16:15

Hessen gehört zu den Bundesländern, in denen der frühe Ferienbeginn schon fast Tradition hat. Während Kinder aus anderen Bundesländern aufgrund des späteren Beginns zu deutlich günstigeren Preisen Urlaub machen können, erhalten hessische Schüler sozusagen die volle Dröhnung, was andere Touristen oder die Kosten angeht.
Mir persönlich ist es aber egal, wann die Ferien anfangen. Wichtig ist nur, dass sie irgendwann auch mal wieder enden.

Und so war es vor einer Woche. Ich hatte den Tag schon seit Wochen sehnsüchtig erwartet, um endlich wieder zu einem gewohnten Tagesrhytmus zurückkehren zu können. Für mich ist eine zu lange Auszeit höllisch.
Naja, letztendlich war es dann ja auch so weit.

Am Montag war im Prinzip alles wie gewohnt. Die meisten unserer Bücher hatten wir schon vor den Ferien ausgeliehen, sodass uns der Megastress erst einmal erspart wurde. Dass sich dann einige Bücher als falsch herausstellten, ist schon so sicher wie das Amen in der Kirche - und von daher haben wir uns alle daran gewöhnt.
Überraschend war für uns alle, auch für die Lehrer, die Anzahl der Schüler in unserer Klasse. Jetzt könnte man denken, hey, ich bin auf dem Gymnasium, also sind wir so 30 oder 31 in der Klasse. Nein, falsch! Nicht 30, nicht 20, nicht 15. Wir sind 14 Schüler. Für die Lernbedingungen ist das natürlich paradiesisch. Mein Schema für Lernbedingungen geht so:

min / schueler

Unsere Stunden haben 45 Minuten und wir sind 14 Schüler. Das heißt, wir haben einen Lernbedingungs„koeffizienten“ von etwa 3,2. Das ist wirklich angenehm. Ich sage mal so: Ab einem „Koeffizienten“ von 2,4 wird es gemütlich - Schulpflichtige mit 60-Minuten-Stunden (=1 Zeitstunde) haben natürlich von Natur aus einen besseren. Letztes Jahr haben wir schon etwa 2,6. Naja, uns ging es schülermäßig eigentlich nie schlecht, lehrermäßig auch nicht. Da gibt es wirklich Leute, die sehr, sehr viel schlechter dran sind - ich kenne jemanden, der hat 34 Schüler in seiner Klasse. Na toll. Das ist dann 1,3...

Dann ging es zur Klassensprecherwahl. Ich hatte schon die ganze Zeit herumgetönt, ich wolle mich nicht mehr aufstellen lassen. Die Arbeit dürfen ruhig mal andere machen. So „anders“ waren die Klassensprecher dann aber doch nicht, eher alte „Kamellen“, die selben wie immer. Es gibt halt in Schulen generell immer ein paar viele, die wirklich super engagiert sind - der Rest macht aber fast nichts und steuert wenig bei. Obwohl das bei uns in der Klasse auch schwer geworden ist, denn schließlich kann man sich bei 14 Schülern auch schwer verstecken.
Ein Amt habe ich dann aber doch noch auf's Auge gedrückt bekommen: Beauftragter für Klassenrat und dessen Organisation. m( Obwohl, mir macht das Amt eigentlich richtig Spaß. Ich habe es ja auch selbst eingeführt.

Schließlich haben wir dann unseren Stundenplan bekommen. Das war wirklich etwas, was mich fast vom Hocker gehauen hätte. Ein derartiger Hammer, das kann man sich so gar nicht vorstellen. Wir haben montags (auch noch nach dem Wochenende) im schlechtesten Fall 10 Stunden. Ich habe mir ausgerechnet, das geht dann bis 16.45 Uhr. Na toll. Achja: Wir machen Turboabitur, nur damit ihr es wisst.
Dann kommt noch der Mittwoch, mein ehemaliger Ausruhtag. Die Fächer sind zwar immer noch ganz gut (Musik, Englisch, Ethik), dazu kommt aber mein Service-Learning-Projekt (Nachhilfe in einer Grundschule) und (jetzt bald) Portugiesisch-Unterricht. SL beginnt gegen 14.00 und geht bis 16.00, Portugiesisch geht von 17.00 bis 18.30. Danach kann ich wohl ins Bett abkippen. Großartige Zeit für meine eigenen Interessen oder Freunde bleibt da nicht mehr.

Sonst war die Woche eigentlich ganz gut. In der ersten ist vielleicht noch nicht so viel los, möge man sich denken. Gelogen, alles. Hausaufgaben teilweise ohne Ende, neue Projekte, die endlos scheinen, etc.
Dazu kommt noch, dass ich noch für meinen Realschulabschluss die Projektprüfung vorbereiten muss. Als Thema werde ich „Freie Software“ nehmen, sofern das angenommen wird.
Ziemlich heftig, alles. Ich denke, dass die zweite Woche aber etwas ruhiger wird.

1 Kommentare

Arno Nym

unmaßgeblich //CBFh

Mir erging es ähnlich.
Bin zuerst in eine hessische Schule gegangen. Da wir aber an der bayerischen Grenze wohnten, bin ich nach der Grundschule (wie meine Freunde) auf ein bayrisches Gymnasium gegangen. Mir ist es auf beiden Schulen nie schlecht ergangen, obwohl in Bayern das Schriftliche ja sehr viel mehr gewertet wird als das mündliche...