Max Großmanns Blog

Ergo, oder wie man früher sagte: „Victoria“

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Ergo, oder wie man früher sagte: „Victoria“

19.10.2010 11:03

Die Victoria-Versicherung aus Düsseldorf war einmal ein sehr bekanntes Unternehmen. Ein Versicherer mit Tradition, der vielen bekannt ist.

Doch all das ist nun weg. Victoria, der traditionsreiche Name, wurde zu „Ergo“. Besser passt zu „Ergo“ zwar „Ego“ oder „Ärger“, aber das ist eine andere Sache. Abgesehen davon, dass sich im persönlichen Gespräch mit vielen Alteingesessenen über die Namensänderung Unmut breitgemacht hatte, hat bei mir ein Werbespot das Fass zum Überlaufen gebracht.

Ja, wir sind alle ja so jung und dynamisch! Am besten ekeln wir alle Älteren raus. Wer will schon Kompetenz oder Erfahrung? KEINER. KEIN MENSCH WILL DAS MEHR.
Abgesehen davon, dass ich es extrem armselig finde, dass sich I. B. David für eine derart diskriminierende Werbung hergibt, will der Werbespot etwas ganz anderes vermitteln: Mit „graue Herren“ sind nämlich die älteren Mitarbeiter gemeint, die hier anhand ihrer Haarfarbe und dem Wort „Herren“ stereotypisiert werden. Denn seit mehreren Tagen plagt die Ergo uns in Darmstadt mit riesiger Werbung auf den öffentlichen Werbewänden mit diesem Satz: „Ich möchte von Menschen versichert werden. Nicht von grauen Herren.“ Drauf sind natürlich junge, schöne Menschen, die offenbar die Mitte aller Mitarbeiter der Ego, ups, „Ergo“ darstellen sollen.
Selbstverständlich sind hier erst recht die älteren Mitarbeiter gemeint. Sollte das nicht so sein, so ist eine „Verwechslung“ mindestens gewollter Begleitfaktor. Ein solcher Fehler fällt einem nicht erst später auf. Das kann einfach nicht sein, wenn der Werbespezialist der Ergo nicht einen IQ unter dem eines Toastbrots hat. Das ist so beabsichtigt, da bin ich mir relativ sicher. Wenn man den Werbespot nicht gesehen hat, dann erst recht. Wenn man dann auch noch „Momo“, eines der besten Bücher der Weltliteratur, als Begleitbeispiel daher nimmt, dann macht es die Werbung noch sehr viel abstoßender.

Und damit ist es meiner Meinung nach natürlich ein ganz klarer Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz („Antidiskriminierungsgesetz“), welches Diskriminierungen aufgrund des Alters ausschließt. Außerdem ist der Spot zutiefst unethisch, weil er hetzt, und zwar ohne Ende. Mit einer jugendlichen Kurzmantel-Arroganz, die ihresgleichen sucht.

Ich hoffe, dass der Werbespot Konsequenzen für die Ergo-Versicherung hat. Die können ruhig auch finanziell richtig tief gehen. Ob die Werbung so derart erfolgreich ist, ist auch mehr als fraglich.

1 Kommentare

DDDD

unmaßgeblich //0CFd

Völlig richtig!
Finde die Werbung auch bedenklich.

Ist außerdem auch viel zu lang. Versteht man doch zum Teil so auch in den Zusammenhängen gar nicht.